Stille
Nacht
(Joseph von Eichendorff)
Stille
Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh!
Stille
Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
durch der Engel Halleluja
tönt es laut von fern und nah:
Christ der Retter ist da,
Christ der Retter ist da!
Stille
Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb´ aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund',
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt!
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Markt
und Straßen steh´n verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh´ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An
den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein steh´n und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und
ich wand´re aus den Mauern,
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil´ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne
hoch die Kreise Schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt´s wie wunderbares Singen,
O du gnadenreiche Zeit!

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